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Was ist Weisheit?
Wenn das Gespräch sich um Quantität oder Qualität drehte, sprach mein Zen-Lehrer immer von dem grossen Lehrer Boddhidharma, der nur einen Schüler gehabt haben soll, und nach 800 Jahren war ganz China von
buddhistischen Klöstern besiedelt.
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Es gibt keine Religion ohne Gesellschaft. Auch im Buddhismus gibt es offene und versteckte Gesellschaftsvorstellungen. Z.B. sitzt der Lehrer vorne auf einem Sitz oder Podest, dann folgen die
Mönche, die Nonnen und ganz am Ende die Laien, beim Lehrgespräch wie beim Essen. Im Wort Laie steckt wiederum der “Unwissende”, wahrend der Mönch als “Wissend” gilt. Dahinter steht eine Top-Down-Struktur, der
Einzelne hat sich auf einem Level einzufinden und den höheren Leveln zu vertrauen. In einem Rang-System bedeutet das Einnehmen eines höheren Ranges auch Machtzuwachs. Schließlich ist Wissen Macht, und irgendwann ist
Macht Wissen. In der Soziologie wird Macht als ein Zustand des “nicht-mehr-lernen-muessens” verstanden. Es wäre hilfreich, statt von Mönchen und Laien von Ordinierten und Nicht-Ordinierten zu sprechen.
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Am Grabmal für Mahatma Gandhi in Delhi
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Es ist bezeichnend, dass gerade in klerikalen Gesellschaften von Vater bzw. Patriarchen bei Fuehrungspersonen gesprochen wird. In der Soziologie werden drei Ebenen der
Rollen-Beziehungen definiert, die Vater-, Erwachsenen- und die Kind-Ebene. Kommunikation läuft dann gut, wenn Erwachsene miteinander sprechen. Oder vom Vater zum Kind. Alle anderen Beziehungen wie
Erwachsenen-Vater oder Kind-Erwachsenen führen zu Störungen.
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Die deutsche Gesellschaft ist demokratisch organisiert, d.h. menschliche und geschlechtliche Gleichberechtigung und Verantwortung, Würdigung der Leistung des Einzelnen, Konsensbildung und nicht
zuletzt ein humaner Sprachgebrauch. Die Demokratie hat sich derzeit als das stabilste System im Westen etabliert. Die Gesellschaft hat in einem langen Zeitraum aus den Fehlern einer klerikalen und feudalen
Gesellschaft sowie von Diktaturen gelernt. Insbesondere die Erfahrungen des Dritten Reiches haben ihren Niederschlag im Grundgesetz gefunden. Und auch die Deutsche Buddhistische Union (DBU), wenn sie demokratisch
sein will, wird immer auf Fragen antworten müssen zu: Ämterhäufung und Amtsmissbrauch, fehlende Transparenz und Informationsfluss, unklare Entscheidungsprozesse. Oder eine unabhängige Berichterstattung über die
DBU/Rat innerhalb der Lotosblaetter, dem Organ der DBU. Doch wie ist mit Kritik von Außen umzugehen? Winston Churchill sagte dazu: “Kritik braucht man nicht zustimmen, aber sie ist notwendig, so wie der Schmerz im
Körper auf eine Krankheit aufmerksam macht.” Wird der Schmerz nicht wahr genommen und der Kritik mit Ignoranz begegnet, so wird die Kritik letztlich destruktiv und lähmt jedes Engagement. Es geht also um nichts
geringeres als kulturelle Integrität und religiöse Authenzitaet.
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Mahayana - das große Fahrzeug im Buddhismus, hier einmal anders, mit Oi Saidan Roshi und mehreren Dharma Nachfolgern.
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Dieser Artikel sollte in dem Buddhistischen Journal ‘Ursache und Wirkung’ erscheinen. Er entstand auf Grund meiner Erfahrungen während des Projektes. Ich möchte dem Journal meine
Anerkennung für das Sonderheft zur EXPO ausdrücken.
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Der Ehrwürdige Rei Ho erklärt der Königin von Bhutan seine japanische traditionelle Robe.
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Der Weise ist und war der Mittelpunkt einer Gemeinschaft. Natürliche Autoritäten be-weisen
ihre Erfahrung und Umsicht immer wieder aufs neue. Doch nachfolgende Generationen begründen Institutionen, strukturieren Gemeinschaften auf Grund von Überlieferungen und in Systemen werden Rang und Abzeichen wichtiger als die Weisheit des Einzelnen. Das schließt nicht Weisheit beim Regieren aus, eröffnet aber auch jenen Karrierechancen, denen es an spirituellen und sozialen Qualifikation fehlt. So erscheint es mir ratsam, wenn es ähnliche wissenschaftliche Untersuchungen zum chinesischen und vietnamesischen Buddhismus wie die von Brain Victoria zum japanischen Buddhismus (“Zen, Nationalismus und Krieg”) geben würde. Es ist zu fragen, ob die klerikalen Strukturen mit den Machtstrukturen der Eliten in den Länder praktizierten und inwieweit sie eine Mitverantwortung an den gesellschaftlichen Umständen bzw. der Ignoranz trugen, die den Boden für die “Kulturrevolutionen” bereiteten. Insbesondere für die Entwicklung des Buddhismus in Europa halte ich eine Aufarbeitung, ähnlich der Kirchen nach dem 3. Reich, für sinnvoll.
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Ein Seminar der sozial engagierten Buddhisten in
Deutschland im Lebensgarten Steyerberg mit Franz Johannes Litsch (Leiter, links)
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Im Deutschen Pavillon, an zentralerStelle eine Statue des DJs Dr Motte im Lotossitz. Die Statue
repräsentiert eine neue Lebenseinstellung einer jungen Generation. Dr. Motto wird mit der buddhistischen Gruppe Rigpa in Verbindung gebracht und ist zugleich der Organisator der
Berliner ‘Love Parade’ mit mehr als 750.000 techno tanzenden Besuchern
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