Ein Mandala im Tempel von Bhutan - ein traditionelles Mandala!

Das Mandala und die EXPO2000

1. Opferplatz und Mandala

Der Weg zum Verständnis des Mandalas führt zunächst in die Tiefe der altindischen Geschichte. Wir stoßen dort auf die in Indien eingedrungenen Arier*, die sich mit dem für alle Hirtenvölker bestehenden Problem zu befassen hatten, wo und wie sie mit ihren Göttern Kontakt aufnehmen konnten. Da ihnen mangels Seßhaftigkeit der Bau fester Anlagen versagt war, blieb ihnen nur übrig, auf ihren Wanderungen Behelfsplätze einzurichten, zu denen die Götter dann gerufen wurden. Allein die Priester verfügten über das notwendige Wissen, wie die Götter herbeigerufen, später gar durch magische Kraft geradezu herbeigenötigt werden konnten.

Der Übersichtsplan der EXPO!
Ein modernes Mandala?
Auch die EXPO wurde temporär aufgebaut, viele Zeichenpläne wurden entworfen, bis die EXPO beginnen konnte...

Für das magische Denken des buddhistischen Tantrismus spielt wieder die Analogie von Mikrokosmos und Makrokosmos eine Rolle, so wie schon in den vedischen Kulten das Feuer im Tempel der Sonne am Himmel entsprach. Dabei werden die Analogien in Gedanken und Worten und insbesondere auch unter Zuhilfenahme von Bildern ausgeführt, vor allem das Mandala. Die Stelle des traditionellen vedischen Opferplatzes nimmt nun im tantrischen Ritual das Mandala ein. Ebenso, wie der vedische Opferplatz der nicht sesshaften Arier temporär aufgebaut und wieder abgebaut wurde, wird nun ein Kreis oder Viereck gezeichnet, in welche man die Gottheiten bannt. Das Zeichnen selber ist bereits Bestandteil des tantrischen Rituals.

Da das Mandala das kosmische Gegenstück zum makrokosmischen Universum ist, bietet es Platz für mehrere Gottheiten. Genau so, wie der vedische Opferpriester die Götter auf den Opferplatz rief, bannt nun der Tantriker mit Wortmagie die Götter in diesen Mikrokosmos hinein,

Nach Beendigung des Rituals wird das Mandala wieder zerstört. Hier zeigt sich die uralte magische Furcht vor dem Missbrauch eines solchen Zaubers, wenn auch heute meist die Scheinbegründung gegeben wird, die Zerstörung solle die Vergänglichkeit symbolisieren

.

Ein Mandala ist also das Produkt wiederaufgelebter Mikrokosmos-Makrokosmos-Überlegungen und entspricht dem alten vedischen Opferplatz.
Die Weltausstellung zeigte die Welt im Kleinen, wie sie im Großen existieren kann. 

 

 

Der Bhutanesische Pavillon beim Abriss

Der klar strukturierte Deutsche Pavillon, Aussenfront

Der Kreislauf von Geburt und Tot, ein Mandala in einer Ausstellungshalle der EXPO-Gesellschaft

2. Das Mandala im Vajrayana

Ganz anders stellt sich die Betrachtung des Mandalas für den tantrischen Heilssucher dar, der sich um den Durchbruch zur Transzendenz bemüht. Für ihn bewegen sich die Menschen, insbesondere hier im Westen durch einseitige Betonung ihres intellektuellen Oberflächenbewußtseins in einem selbstgeschaffenen Kreis, aus dem sie mit den Mitteln des diskursiven Denkens, wissenschaftlicher Analyse und physikalischer Erkenntnisse nicht herauskommen können. Denn diese lassen uns als Wirklichkeit immer nur das wahrnehmen, was unser Ich begreifen kann. Wir müssen uns daher um jenen Durchbruch zur Transzendenz bemühen, "der im Osten als ein Sprung in die Tiefe des größeren, allumfassenden Bewusstseins betrachtet wird" (Lama Anagarika Govinda).

Der dänische Pavillon, sehr klar die geometrischen rationale Strukturen.

Der Bhutanesische Pavillon, mit einem großen Thankga (Rollbild).

Mehr zum Thema Mandala und Bhutan gibt es bei Bhutan/EXPO2000...

*An. d. Autors: Arier in Sanskrit bedeutet die Erleuchteten oder die Gastfreundlichen, wozu die EXPO genügend Anlass gab.


Home buddha2000.de

Mail to info@buddha2000.de

Best screen solution by 768*1024 Pixels (European Standart). Ändere Schriftgrad unteri ‘Ansicht’ auf eine angenehme Größe